Informationen zum Programm und den Workshops

Fachtagung Kinderrechte im Grundgesetz zeigen Wirkung
Frankesche Stiftungen, Halle (Saale)

Programm

14. Juni 2018

  • 10:30 Ankommen
  • 11:00 Begrüßung
    Katharina Brederlow, Beigeordnete Bildung und Soziales, Halle (Saale)
    Mirko Petrick, Kinder- und Jugendbeauftragter, Halle (Saale)
    Pia Yvonne Schäfer, Vorstand BAG Kinderinteressen e. V., Berlin
  • 11:15 Kind sein ist kein Kinderspiel. Adultismus – (un)bekanntes Phänomen
    Manuela Ritz, Autorin, Anti-Rassismus und Empowerment-Trainerin, Berlin
  • 12:30 Mittagspause
  • 13:30 Workshops
  • 16:45 Zusammenführung der Ergebnisse aus den Workshops
  • 18:00 Ende
  • 19:00 Anlässlich des 25jährigen Bestehens kommunaler Kinderinteressenvertretungen in der Stadt Halle (Saale) wird es einen partizipativ gestalteten und feierlich umrahmten abendlichen Ausklang des Tages geben.

15. Juni 2018

  • 8:30 – 10:30 Versammlung der Mitglieder
    Alternativprogramm für Gäste
  • 11:00 Begrüßung
    Birgit Schreiber, Vorstand BAG Kinderinteressen e. V., Mannheim
  • 11:05 Kinderrechte im Grundgesetz – Grundlage der kommunalen Kinderinteressenvertretung?
    Prof. Dr. Jörg Maywald, Geschäftsführer der deutschen Liga für das Kind, Sprecher der National Coalition Deutschland, Berlin
    Claudia Kittel, Leiterin der Monitoringstelle UN-Kinderrechtskonvention, Deutsches Institut für Menschenrechte, Berlin
  • 12:00 Fishbowl – Diskussion mit den ReferentInnen, Vertreter*innen des Bundes, der Länder und Kommunen
  • 13:00 Ende der Veranstaltung

 

Beschreibung der Workshops am 14. Juni 2018 von 13:30 – 16:45 Uhr

I Kinderrechte im Grundgesetz verankern – sinnvoll oder reine Symbolpolitik?
Mit der Ratifizierung der UN-Kinderechtskonvention ist auch Deutschland 1992 die Verpflichtung eingegangen, die in ihr fixierten elementaren Rechte der Kinder zu achten und zu schützen.
Um den Ansprüchen und Rechten von Kindern in Deutschland mehr Geltung zu verschaffen, wird seit langem die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz gefordert. Denn Kinder haben eigene Rechte und sie müssen mitentscheiden.
Doch hilft die Aufnahme von Kinderrechten ins Grundgesetz tatsächlich, die Situation von Kindern in Deutschland zu verbessern, oder handelt es sich hierbei nicht vielmehr um reine Symbolpolitik, wie Kritiker meinen und welchen Nutzen hätten die Kommunen eigentlich davon? Am Beispiel von Kindern in prekären Verhältnissen wird das Spektrum der Kinderrechte auf kommunaler Ebene dargestellt.
Der Workshop soll dazu beitragen mehr Licht ins Dunkle zu bringen.

Moderation: Andrea Koors, Kinder- und Jugendbeauftragte, Bonn und Ute Spindler, Kinder-und Jugendbeauftragte, Chemnitz
ReferentIn: N.N.

II Kinderrechte in Landesgesetzgebungen – Hilfe oder Hemmnis für Kommunen?
Inzwischen sind in fast allen Landesverfassungen die Kinderrechte verankert. Doch was bedeutet dies für die Länder und die Kommunen? Welche Auswirkungen hat eine solche Verankerung für die Praxis in den Kommunen? Ist eine Festschreibung auf Landesebene ausreichend? Gibt es neben den Verfassungen weitere Gesetzgebungen, welche ebenso relevant sind und entsprechend angepasst werden sollten?
Es gibt auf kommunaler Ebene viele unterschiedliche Regelungen hinsichtlich der Beteiligungsrechte von Kindern und Jugendlichen. Oft gibt es Kann-Formulierungen, seltener Soll- und Muss-Bestimmungen. In den Gemeindeordnungen bzw. Kommunalverfassungen in Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gibt es bisher keine Regelungen. Wir möchten uns gemeinsam den Fragen stellen, welche Unterstützung Kommunen von der Landesebene für die Umsetzung der Kinderrechte brauchen und wollen. Damit verbinden wir den Blick in die praktische Arbeit mit solchen Regelungen.

Moderation: Olaf Boye, Geschäftsführer DKSB Sachsen e. V., Dresden
Referentin: Maria Burkhardt, Projektkoordinatorin
KinderStärken e. V., Stendal

III Dauerbrenner oder Sparflamme – Kontinuierliche Umsetzung der Kinderrechte in der Kommune
Kinderrechte, leider meist reduziert auf die Partizipationsmöglichkeiten, sind immer wieder Thema in vielen Kommunen. Städte und Gemeinden machen sich auf den Weg, die Kinderrechte kommunal umzusetzen. Es gibt eine schöne Auftaktveranstaltung, tolle Ideen und viel Motivation. Und dann? Bleibt es an wenigen hängen, das Thema weiterzuverfolgen? Entscheidungsträger wechseln und die Kinderrechte sind nun nicht mehr in den Top 100 der Agenda. Wie weiter?
Was sind notwendige Voraussetzungen, damit die Umsetzung der Kinderrechte in der Kommune kontinuierlich erfolgt? Sind verbindliche gesetzliche Regelungen wichtig oder gibt es andere Faktoren, die zu beachten sind? Wie können die Kinderrechte als Thema unabhängig von Personen präsent bleiben? Wie können die Rechte von Kindern auf allen Verantwortungsebenen dauerhaft implementiert werden?

Moderation: Silja Weßelmann, Abteilungsleiterin Jugend, Soziales, Gemeinwesenarbeit, Verden (Aller) und Sina Solaß, Kinder und Jugendbeauftragte, Weimar
Referentin: Hanka Giller, Amtsleitung Jugend, Sport, Soziales, Saalfeld und Cornelia Scharf, Geschäftsführung der Kinderkommission, Nürnberg

IV Beschwerdestellen für Kinder – Implementierung einer allgemeinen Ombudsstelle
Eine Beschwerdestelle fungiert als Ansprechpartnerin für alle Kinder. Sie ist ein Ort, an dem Kindern für ihre Anliegen, Sorgen und Wünsche Gehör, Information und Unterstützung angeboten wird. Das Recht auf eine unabhängige Beschwerdestelle für Kinder leitet sich aus der UN-Kinderechtskonvention und dem Bundeskinderschutzgesetz ab. Kinder haben das Recht ihre Anliegen und Ideen, ebenso wie ihre Kritik, Beschwerden und Verbesserungsvorschläge, in allen sie betreffenden Angelegenheiten, zu äußern und von Erwachsenen darin unterstützt und ernst genommen zu werden. Dies bezieht sich ausdrücklich auf alle kindlichen Anliegen und nicht nur auf Anliegen im Rahmen des SGB VIII.
In Workshop IV wird nach einer allgemeinen Einführung in die Entstehungsgeschichte von Ombudsstellen der Blick auf den aktuellen Prozess der Konzeptionierung und Implementierung einer Beschwerdestelle in Frankfurt am Main geworfen. Anschließend wird den Teilnehmenden in einer Ideenwerkstatt das Spektrum kindlicher Beschwerden nahegebracht. Im Anschluss werden notwendige Partnerinnen und Partner, sowie Kommunikationswege zusammengetragen.

Moderation: Zoé Rothmann, Projektleiterin Frankfurter Kinderbüro, Frankfurt/Main
Referentin: Monika Röber, Projektleiterin Frankfurter Kinderbüro, Frankfurt/Main